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Schulcafé mit Spaddel am 26.März 2017 PDF Drucken

SpaddelGibt es die Wurzelzwerge noch?

Spaddel erzählt aus seiner Zeit in Himmighausen

Vom Heimatforum organisiert, wurde am Sonntag das erste Schulcafé in 2017 mit Spannung erwartet. Werner Richter, von seinen Freunden liebevoll "Spaddel" genannt, würde aus seinem Leben erzählen und das wollte niemand verpassen.

altAm Eingang der "Alten Schule" wurden die Gäste empfangen von einer kurvigen jungen Dame aus Pappmaché, aus der Künstlerhand von Renate Hoffmann, die auch wieder die Dekoration und die kulinarische Betreuung übernommen hatte.

Bernd Kukuk begrüßte alle Schulcafébesucher und dankte an dieser Stelle den fleißigen Helfern, und den freiwilligen Kuchenspendern für ihre wunderbaren, wie immer sehr gefragten Tortenkreationen.

In seiner Laudatio, in der er "Spaddel" und dessen Leben recht treffend beschrieb, entfachte der Vorsitzende des Fördervereins gesamtdeutsche Bildungsstätte FGBH, Heinz Vathauer, ein Raunen im Publikum, indem er sagte:" Ob die Geschichten von Spaddel alle wahr sind, ist nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, dass ER selbst sie erzählt!"

1932 geboren, stamme er noch aus der Zeit der Weimarer Republik, begann Werner Richter seine Lebensgeschichte. Mit seiner Mutter und sechs Geschwistern erlebte er die Vertreibung aus seiner Heimat als 13-jähriger Junge, und so mancher Zuhörer bekam feuchte Augen bei der Beschreibung seiner Flucht.

Seine Jugend in Billerbeck im Münsterland war geprägt von Ausbildung (er machte zunächst eine Schneiderlehre), Musik (er sang den zweiten Bass im Männerchor "Westfalentreue") und Kunst (er war aktives Mitglied der Freilichtbühne Billerbeck und spielte u. a. in "Die Räuber" von Schiller und "Was ihr wollt" von Shakespeare).

Am 01.01.1968 kam er nach Himmighausen und übernahm die Leitung des "Heims", der "Gesamtdeutschen Bildungsstätte Himmighausen der DJO". Er gestaltete die Führung des Hauses als Bildungsstätte, insbesondere durch Einführung der Deutschlandseminare für 9. und 10. Klassen und Einführung von Jugend-und Familienseminaren zur politischen Bildung.

In dieser Zeit, erinnert er sich, bekam er auch den Namen "Spaddel", was wahrscheinlich von "Spatz" = klein und lebhaft, hergeleitet worden sei. Zunächst noch allein im Heim, bevor das Wirtschafts-Ehepaar Scheer eintraf, machte er sich mit der Umgebung und den Bewohnern des Dorfes Himmighausen bekannt. Als Weintrinker am Stammtisch in der ehemaligen Klause beim Kukuk fühlte er sich zuerst etwas fremd, fand dann aber, nach den ersten Gläsern Bier, recht schnell Anschluss und im nachhinein gleich die ersten Freunde fürs Leben.

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In seiner Bildungsstätte veranstaltete er Deutschland-Seminare, Bildungsmaßnahmen für Schulklassen, Ferienfreizeiten für Eltern und Kinder u. v. mehr. Heute möchten deren Enkel am liebsten wieder Seminare bei "Spaddel" haben..... Kein Wunder, wenn er über die Abenteuer erzählt, die er mit den Kindern erlebt hat.

Zum Beispiel das Germanen-Reservat, das er zwischen Himmighausen, Sandebeck und Grevenhagen entdeckt hatte und um das man leise herumschleichen musste, um nicht mit Keulen und Rasseln angegriffen zu werden. "URA KURA MURAKA" musste man rufen, und dreimal in die Hände klatschen, damit man mit heiler Haut davon kam...... So manches Stadtkind kommt bei der Erinnerung heute noch ins Schwitzen. Und natürlich die "Wurzelzwerge", die im tiefen Forst lebten, und die nur zu sehen bekam, wer sich ganz leise und vorsichtig anschleichen konnte.

Bald hatte er auch die Jugendlichen des Dorfes in seinen Bann gezogen. Beim Schützenfest in der Festscheune warteten die Mädchen nur darauf, von Spaddel auf die Tanzfläche geholt zu werden, auch wenn das manchmal äußerst anstrengend war und schon mal mit der berühmten "Todesspirale" (sonst nur aus dem Eiskunstlauf bekannt) enden konnte.

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altalt Er gründete die "DJO-Gruppe Himmighausen", die sich zusammen gefunden hatte, um Volkstänze, Gedichte und Lieder einzustudieren und vorzuführen. Mit der Zeit nahm die Truppe, er bezeichnet sie anfangs als "Wilder Haufen" an Wettbewerben teil und befand sich, mir nichts dir nichts, beim Landeswettbewerb, gewann diesen und ging dann sogar zweimal beim Bundeswettbewerb in Berlin als Sieger hervor. Es wurden Auftritte in ganz Deutschland absolviert, u. a. mit den Don Kosaken im Dom zu Paderborn. Gleichzeitig kamen auch internationale Gruppen zu Besuch nach Himmighausen und wurden herzlich aufgenommen. So herzlich, dass einige weibliche Mitglieder hiergeblieben sind und sich in Himmighausen verheiratet haben.

1986 wurde der Förderverein Gesamtdeutsche Bildungsstätte Himmighausen "FGBH" gegründet, der sich zum Ziel setzte, die Arbeit und den weiteren Ausbau der Gesamtdeutschen Bildungsstätte Himmighausen zu unterstützen und zu fördern. Bis jetzt hat der Verein ca. 40 Studienfahrten, unter anderem in den Osten Europas, unternommen, und meistens hatte "Spaddel" die Hand am Hebel. "Spaddel, zeig uns, was du weißt!" sagten die Mitreisenden und er zeigte ihnen seine alte Heimat auf seine besondere Art und Weise.

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Vierundzwanzigeinhalb Jahre war jedoch Himmighausen seine Heimat und er hat nicht nur seinen Schülern und Seminarteilnehmern bleibende Erinnerungen mitgegeben, sondern auch die Jugend vieler Himmighäuser mitgeprägt und bei den Menschen in seinem Umfeld einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Fast genau so lange genießt er jetzt seinen "Unruhestand" am Schiedersee, ist noch fast genauso aktiv wie eh und je, bei allen wichtigen Veranstaltungen vor Ort und immer ein gern gesehener Gast.

Die Himmighäuser sagen: "Danke, Spaddel, dass wir ein Teil deines Lebens sein durften!"

v.l.n.r. Heinz Vathauer (Vorsitzd. FGBH), Sabine Gebauer (Stellv. Vorsitzd. FGBH),
Erwin Nowak (stellv. Bürgermeister Nieheim),
Bernd Kukuk (Schulcafé),Werner Richter, Renate Hoffmann (Schulcafé).

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